Skip to content
← All press releases

Alemania ·

„Und es heißt Karma“: Warum Mike Sain't Louis' respektloser Abrechnungssong „Bareback“ ein deutsches Publikum finden dürfte

Der Madrider Indie-Alternative-Künstler und selbsternannte erste KI-Singer-Songwriter verbindet in einem seiner explizitesten Lieder queeren Humor, Wut und Selbstbehauptung – eine Mischung, die man zwischen Berlin, Köln und Hamburg gut versteht

Studioporträt von Mike Sain't Louis vor einem dunklen Hintergrund.
Mike Sain't Louis im Studioporträt vor dunklem Hintergrund.

Madrid, 25. Oktober 2026 – Es gibt Lieder, die man nicht im Radio spielen würde, und es gibt Lieder, die genau deshalb geschrieben werden. „Bareback“ von Mike Sain't Louis gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Der Indie-Alternative-Künstler aus Madrid rechnet darin mit einem ehemaligen Freund ab – laut, derb, sehr komisch und an manchen Stellen so explizit, dass man beim Mitlesen kurz schlucken muss. Wer queere Clubkultur kennt, wer Kabarett mag und wer weiß, dass Wut und Witz oft aus derselben Quelle kommen, wird in diesem Song etwas wiedererkennen. In Deutschland dürften das nicht wenige sein.

Mike Sain't Louis nennt sich selbst „den ersten KI-Singer-Songwriter“ („el primer cantautor IA“). Er schreibt sämtliche Texte, ist Komponist, Musikproduzent, künstlerischer Leiter und CEO seines eigenen unabhängigen Labels MIKE SAIN'T LOUIS. Musik und Gesang entstehen mit künstlicher Intelligenz, die er als Produktions- und Arrangierwerkzeug einsetzt. Die Worte, die Idee und die künstlerische Richtung kommen von ihm.

Ein Abend, der nicht stattfindet

Der Song beginnt fast beiläufig: Man hat sich noch nicht betrunken, und so, wie die Stunden vergehen, wird das wohl auch nichts mehr. Und dann der erste Stich – eigentlich habe er auch gar keine Lust darauf. Nicht einmal einen Schnaps will er diesem Menschen widmen. Wozu auch? Um wegen eines Nichtsnutzes zu weinen?

Was folgt, ist eine Tirade, wie sie nur jemand schreiben kann, der sehr verletzt und gleichzeitig sehr fertig mit der Sache ist. Er zählt auf, was ihn an diesem Ex-Freund gestört hat: das verlorene Geld, das enttäuschte Vertrauen, die Eitelkeit mit Tattoos und Selfies, die vernachlässigten Zähne. Es ist gnadenlos, kleinlich, übertrieben – und genau darin liegt die Komik. Die Szene lebt von der Mischung aus spanischer Schlagfertigkeit und dem Ton eines Freundes, der einem nach der Trennung am Küchentisch zuhört und noch eins draufsetzt.

„Ich habe den Song geschrieben, als ich endlich lachen konnte“, sagt Mike Sain't Louis. „Vorher habe ich geweint, lange. Irgendwann habe ich gemerkt: Der Mensch, um den ich weine, putzt sich nicht mal die Zähne. Da war es vorbei mit dem Drama.“

Bemerkenswert ist, wie genau der Text beobachtet. Er bleibt nicht bei allgemeinen Vorwürfen stehen, sondern sammelt kleine, absurde Details, die jeder kennt, der schon einmal jemanden zu lange idealisiert hat: die Selbstinszenierung im Netz, die Ausreden, das Geld, das man in die Beziehung gesteckt hat, ohne etwas zurückzubekommen. Mit jeder Zeile wird der einst bewunderte Mensch ein Stück kleiner. Am Ende steht kein Monster, sondern eine ziemlich lächerliche Figur – und genau das ist die eigentliche Befreiung des Songs. Er spricht sein Gegenüber übrigens ausdrücklich „como ex amigo“ an, als ehemaliger Freund: Die Freundschaft ist vorbei, die Pointe bleibt.

Ein Wort, das alle kennen

Der Refrain dreht sich um den Begriff, der dem Song seinen Titel gibt. Mike Sain't Louis nutzt ihn als Ausgangspunkt für eine sarkastische Ansage an das Publikum – „Achtung, meine Damen und Herren, ein neues Wort“ – und für einen Seitenhieb auf die eigene Szene, die jeden Tag neue Begriffe erfindet. Die Details sind explizit und werden hier nicht zitiert. Wichtig ist der Ton: Es ist keine Moralpredigt und kein Aufklärungsspot, sondern eine bissige Spitze gegen einen bestimmten Menschen, der in diesem Lied für Gedankenlosigkeit und Doppelmoral steht.

Am Ende steht ein Gedanke, der den ganzen Song zusammenhält. Er warnt vor der „doppelten Maske“, erinnert daran, dass das Leben sich dreht, und schließt mit einer schlichten Gewissheit:

que todo llega / y se llama karma („dass alles kommt / und es heißt Karma“)

„Ich wünsche niemandem etwas Schlechtes“, betont er. „Ich sage nur, dass alles zurückkommt. Das ist keine Drohung, das ist Physik.“

Warum gerade Deutschland

Deutschland, und ganz besonders seine großen Städte, hat eine lange Tradition queerer Kultur, die sich nicht entschuldigt. Vom Kabarett der Zwanzigerjahre bis zu den Clubs von heute gibt es hier ein Publikum, das sexuelle Offenheit nicht als Skandal, sondern als Teil des Lebens begreift – und das Humor schätzt, der wehtun darf. „Bareback“ spricht dieses Publikum direkt an. Der Song nimmt kein Blatt vor den Mund, macht sich über Eitelkeit und Heuchelei lustig und verwandelt eine private Enttäuschung in eine öffentliche Pointe.

Hinzu kommt: Viele deutsche Hörerinnen und Hörer verbinden mit Spanien Urlaub, Sonne und Leichtigkeit. Mike Sain't Louis zeigt eine andere Seite – das Leben queerer Menschen in Spanien jenseits der Postkarte, mit Liebeskummer, Ex-Freunden, Klatsch und Verletzungen. Wer schon einmal in einem spanischen Badeort Urlaub gemacht hat, wird in seinem Katalog vertraute Orte und Stimmungen finden, nur eben von innen erzählt.

Und schließlich die Sprache. Spanisch wird in Deutschland an vielen Schulen unterrichtet und ist für viele die zweite oder dritte Fremdsprache. Da auf mikesaintlouis.com jeder Song mit vollständigem Text veröffentlicht wird, lassen sich die Lieder mitlesen, nachschlagen und übersetzen. Für alle, die lieber in vertrauter Sprache einsteigen, gibt es in seinem Katalog außerdem Songs auf Englisch, Französisch und Portugiesisch.

Wut, Witz und ein ernster Hintergrund

So derb „Bareback“ ist, so ernst ist der Hintergrund, aus dem viele Songs von Mike Sain't Louis entstehen. Der Künstler hat öffentlich erzählt, dass er mit professioneller Unterstützung Jahre in Beziehungen mit narzisstischen Partnern in Musik verwandelt. Sein Ziel ist es, narzisstischen und psychischen Missbrauch sichtbar zu machen, die Spuren zu zeigen, die er in der psychischen Gesundheit hinterlässt, und Betroffenen das Gefühl zu geben, gesehen zu werden und dass man ihnen glaubt.

Nicht jeder Song erzählt davon direkt. Aber die Haltung zieht sich durch: Wer verletzt wurde, darf wütend sein, darf laut sein, darf lachen. „Bareback“ ist die laute, lachende Variante dieser Haltung. Andere Lieder aus seinem Katalog sind leiser, verletzlicher, manche fast still.

Ein Planet ohne Zensur

Alle Songs gehören zu PLANETA GAYFOLK, einem Projekt mit 273 Singles und mehr als 280 Musikvideos, entstanden in rund zwei Jahren Arbeit. Es ist um eine Trilogie herum gebaut, die als eine einzige Reise gedacht ist: „Descubierto un nuevo planeta llamado GAYFOLK“ („Ein neuer Planet namens GAYFOLK wurde entdeckt“), „Ojalá se pudiera viajar a GAYFOLK“ („Wenn man doch nach GAYFOLK reisen könnte“) und „El día de la liberación“ („Der Tag der Befreiung“). Das Ziel: ein Planet, auf dem jeder Mensch leben kann, wie er ist.

Musikalisch reicht das Spektrum von Electropop über Alternative Pop bis zu Balladen und Copla, dem dramatischen spanischen Liedgenre. Die Texte sind frech, unzensiert, voller Humor und Camp und handeln von Liebe, Herzschmerz, Ex-Freunden, neugierigen Nachbarinnen, queerem Alltag in Spanien, Befreiung und psychischer Gesundheit. Explizite Texte gehören ausdrücklich zu seinem Werk. Bekannt wurde er bei vielen 2024, als „Tan Cateto“ auf TikTok viral ging.

Möglich ist diese Freiheit, weil niemand dazwischenredet. Mike Sain't Louis hat kein Plattenlabel im Rücken, keinen Manager, keine Vermittler. Er entscheidet allein, was veröffentlicht wird – auch Songs wie diesen, die eine klassische Plattenfirma vermutlich nie herausgebracht hätte.

Auch die Arbeitsweise folgt dieser Logik. Am Anfang steht immer der Text, geschrieben von ihm selbst, oft in mehreren Fassungen. Dann wählt er den Stil, lässt Musik und Gesang mit künstlicher Intelligenz entstehen, verwirft, korrigiert und probiert erneut, bis das Ergebnis zu dem passt, was er im Kopf hat. Die KI ist dabei das Instrument, nicht die Autorin. Dass ein Katalog dieser Größe trotzdem Zeit braucht, betont er gern: Zwei Jahre Arbeit stecken darin, nicht zwei Wochen. Und zu jedem Song gehört ein eigenes Video, dessen Bildsprache er ebenfalls selbst verantwortet.

Das Porträt

Das Foto zu dieser Pressemitteilung ist ein Studioporträt vor dunklem Hintergrund. Kein Strand, keine Kulisse, keine Ablenkung. Für einen Song, der so laut ist wie „Bareback“, wirkt das fast wie ein Gegenpol: der Mensch hinter der Tirade, ruhig und konzentriert. Auch das gehört zu seiner Arbeit – die Lautstärke der Texte und die Klarheit dessen, der sie geschrieben hat.

Kostenlos hören und herunterladen

„Bareback“ und alle anderen Songs von Mike Sain't Louis können auf mikesaintlouis.com kostenlos gehört und heruntergeladen werden, jeweils mit vollständigem Text. Eine Bezahlung oder Anmeldung ist nicht nötig. Außerdem ist seine Musik auf Spotify, Deezer und den wichtigsten Streamingplattformen verfügbar. Auf Instagram ist das Projekt unter @planetagayfolk zu finden.

Über Mike Sain't Louis

Mike Sain't Louis ist ein in Madrid lebender Indie-Alternative-Künstler, der sich als „ersten KI-Singer-Songwriter“ bezeichnet. Er schreibt alle seine Texte selbst und arbeitet als Komponist, Musikproduzent, künstlerischer Leiter und CEO seines unabhängigen Labels MIKE SAIN'T LOUIS; künstliche Intelligenz ist sein Instrument für Musik und Gesang. Sein Projekt PLANETA GAYFOLK umfasst 273 Singles und mehr als 280 Musikvideos aus rund zwei Jahren Arbeit. Seine queeren, unzensierten und humorvollen Lieder auf Spanisch, Englisch, Französisch und Portugiesisch erzählen von Liebe, Trennung, Befreiung und psychischer Gesundheit und wollen psychischen Missbrauch sichtbar machen.

Pressekontakt

Mike Sain't Louis E-Mail: info@mikesaintlouis.com Website: https://mikesaintlouis.com Instagram: @planetagayfolk