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Im Inneren eines Kaleidoskops ist nichts schön: Mike Sain't Louis findet in „Ataúd de neón“ Blumen aus Licht zwischen Särgen und Kapuzen

Der Madrider Indie-Alternative-Künstler, der sich „der erste KI-Singer-Songwriter“ nennt, führt durch die Kaleidoskope und Fraktale seines dunkelsten Clips – und erklärt, warum Heilung für ihn fraktal ist

Mann mit schwarzem lockigem Haar und Bart in einem hellblauen, offenen Leinenhemd mit hochgekrempelten Ärmeln und tätowierten Armen, sitzt auf einer weißen Terrasse mit Olivenbäumchen im Topf; dahinter eine Küste mit Hügeln und das tiefblaue Mittelmeer unter wolkenlosem Himmel.
Mike Sain't Louis in hellblauem Leinenhemd auf einer weißen Terrasse über dem Mittelmeer, den Blick zur Seite gerichtet.

Madrid, 25. Oktober 2026 – Wer ein Kaleidoskop aufschraubt, findet darin nichts Schönes: eine Handvoll bunter Glassplitter, ein paar Plastikstückchen, vielleicht eine lose Perle und etwas Glitzer. Reste, die niemand in eine Vitrine stellen würde. Das Schöne entsteht erst durch die Spiegel, die sie vervielfachen, und durch die Hand, die das Rohr dreht. Von dieser kleinen Tatsache geht Mike Sain't Louis aus, Indie-Alternative-Künstler aus Madrid und nach eigener Bezeichnung „der erste KI-Singer-Songwriter“, in einem neuen Text auf seinem Blog. Er hat in seinen Musikvideos nach Kaleidoskopen gesucht und sie dort am häufigsten gefunden, wo er sie am wenigsten erwartet hatte: in „Ataúd de neón“ (deutsch etwa „Neonsarg“).

Ein Clip mit zwei Gesichtern

„Ataúd de neón“ erschien am Sonntag, dem 5. Oktober 2025. Der Song dauert 4:15 und gehört zu „El día de la liberación“, dem dritten Album der GAYFOLK-Trilogie, das vom Abwerfen der Ketten und vom Zurückholen dessen erzählt, was einem genommen wurde. Über den Text und die maskierten Gestalten im Video hat Mike Sain't Louis bereits geschrieben. Diesmal schaut er auf das, was zwischen den Einstellungen passiert, wenn die Figuren verschwinden und sich das Bild mit kreisenden Mustern füllt.

Denn der Clip hat zwei Gesichter. Das eine ist nächtlich und feierlich: ein glänzender Sarg, Menschen mit Kapuzen, Kerzen, Felder im Nebel. Das andere ist abstrakt: Kaleidoskope, Spiralen, Fraktale, Wellen aus flüssigem Licht. „Lange dachte ich, es seien zwei verschiedene Clips, die man zusammengeklebt hat“, schreibt er. „Heute glaube ich, es ist derselbe – nur mit zwei verschiedenen Augen gesehen.“

Sekunde 8: ein blaues Kaleidoskop

Fast bevor überhaupt etwas beginnt, verwandelt sich der Bildschirm in ein Kaleidoskop in Blau und Weiß, mit violetten Funken in der Mitte. Formen wie gläserne Blütenblätter, Rauten, Dreiecke, alles in perfekten Kreisen um einen Mittelpunkt wiederholt. Das Muster dreht sich langsam und verändert sich, ohne dass man es merkt. Ein kaltes, beinahe stilles Bild, fast aus Eis: Es erinnert an eine Schneeflocke unter dem Mikroskop oder an eine gotische Kuppel von unten. Und doch bewegt es sich.

Am meisten fasziniert ihn die Mitte, aus der alle Formen kommen und in die sie zurückkehren, wie ein Auge am Ende des Rohrs. Ein Auge, das nicht urteilt, sondern nur spiegelt. „Jahrelang habe ich mich wie einer dieser losen Splitter gefühlt. Klein, kaputt, wertlos“, schreibt Mike Sain't Louis. „Ich wusste nicht, dass ich zwischen anderen Splittern und Spiegeln Teil von so etwas werden kann.“

Sekunde 97: ein Meer aus grünen Fraktalen

Dann schlägt die Farbe um. Alles ist grün, ein fast phosphoreszierendes Grün, leuchtende Flecken umgeben von kleineren Punkten und Bläschen, die sich bis an die Ränder wiederholen. Es sieht aus wie Gewebe unter dem Mikroskop, eine Algenkolonie oder die Haut eines Fabeltiers. Nichts daran ist geometrisch streng wie im blauen Kaleidoskop zuvor; alles wirkt organisch, als würde es wachsen, während man hinschaut.

Es sind Fraktale: Formen, die kleinere Kopien ihrer selbst enthalten, immer wieder, ohne Ende. Der Mathematiker Benoît Mandelbrot hat dieser Idee 1975 einen Namen gegeben, und seither weiß man, dass die Natur voller Fraktale steckt – in Farnen, Küstenlinien, Blitzen, Lungen.

Für den Künstler ist diese Einstellung ein Ruhepunkt. Nach den Kapuzen und Särgen bricht plötzlich ein grüner Garten dort auf, wo keiner sein dürfte. Und sie erinnert ihn an etwas Persönliches: „Auch Heilung ist fraktal. Sie passiert nicht auf einen Schlag, in einer großen Geste. Sie passiert in kleinen Gesten, die sich wiederholen. Aufstehen. Duschen. Brot holen. Auf eine Nachricht antworten. Jede davon ist eine kleine Kopie der ganzen Genesung.“

Minute 2:58: eine cremefarbene Lichtblume

Gegen Ende folgt ein weiteres Kaleidoskop, diesmal in warmen Tönen: Creme, Dunkelbraun, violette Akzente. Die Formen öffnen sich wie eine Blume mit spitzen Blütenblättern oder ein Stern mit vielen Armen. Nach dem Eis und dem Grün ist es das wärmste Bild des Clips – als hätte sich das Rohr ein letztes Mal gedreht, und aus denselben Scherben wäre etwas Weiches geworden. Wer genau hinsieht, erkennt in der kleinen Mitte dieser Blume wieder das Auge vom Anfang, nur dass es jetzt warm leuchtet.

Warum das in Deutschland Neugier wecken dürfte

Wer hierzulande elektronische Musik, Visuals und Clubkultur liebt, kennt die Lust an Mustern, die sich drehen und nicht stillstehen. Mike Sain't Louis bringt diese Lust in einen Kontext, der in Deutschland zunehmend offen besprochen wird: psychische Gesundheit und die Spuren psychischer Gewalt. Mit professioneller Unterstützung verarbeitet er in seinen Songs Jahre in Beziehungen mit narzisstischen Partnern, damit psychischer Missbrauch sichtbar wird und Betroffene sich gesehen und ernst genommen fühlen. Seine Musik ist queer, unzensiert, witzig und camp, sie reicht von Electropop bis Copla und von Alternative Pop bis zur Ballade, auf Spanisch, aber auch auf Englisch, Französisch und Portugiesisch. Viele haben ihn 2024 durch „Tan Cateto“ entdeckt, das auf TikTok viral ging.

Hören und herunterladen

Alle 273 Singles von Mike Sain't Louis, darunter „Ataúd de neón“, können auf https://mikesaintlouis.com kostenlos gehört und heruntergeladen werden, jeweils mit Songtext. Es wird nichts verkauft. Seine Musik ist außerdem auf Spotify, Deezer und allen großen Plattformen zu finden. Mehr in seinem Blog: https://mikesaintlouis.com/blog/un-caleidoscopio-azul-un-mar-de-fractales-verdes-y-una-flor-de-luz-color-crema-los-caleidoscopios-de-planeta-gayfolk

Über Mike Sain't Louis

Mike Sain't Louis ist ein Indie-Alternative-Künstler mit Sitz in Madrid, der sich „der erste KI-Singer-Songwriter“ nennt. Er schreibt sämtliche Texte, komponiert, produziert, entwirft die Videos im Kopf und führt als künstlerischer Leiter und CEO sein unabhängiges Label MIKE SAIN'T LOUIS – ohne Plattenfirma, ohne Zwischenhändler. Musik und Gesangsinterpretation entstehen mit künstlicher Intelligenz als Produktions- und Arrangierwerkzeug. In rund zwei Jahren entstand so PLANETA GAYFOLK mit mehr als 280 Musikvideos und einer Trilogie, die von der Reise zu einem Planeten erzählt, auf dem jeder so leben kann, wie er ist.

Pressekontakt info@mikesaintlouis.com https://mikesaintlouis.com Instagram: @planetagayfolk