Austria ·
Ein Vampir auf dem Planeten der Freiheit: Wie „Como en la matanza de Texas“ das Universum GAYFOLK von seiner dunklen Seite zeigt
Der Madrider Indie-Alternative-Künstler Mike Sain't Louis, selbsternannter „erster KI-Singer-Songwriter“, erzählt in 273 Singles von einem Planeten, auf dem jeder sein darf, wie er ist – und von denen, die einem diesen Weg schwer machen

Madrid, 25. Oktober 2026
Jeder Planet hat eine Nachtseite. Auch GAYFOLK, die erfundene Welt, die der Madrider Künstler Mike Sain't Louis seit rund zwei Jahren Song für Song aufbaut. Auf diesem Planeten soll jeder Mensch so leben dürfen, wie er ist – aber um dorthin zu kommen, muss man erst einmal an jenen vorbei, die einem die Kraft rauben. Von genau so einer Figur erzählt „Como en la matanza de Texas“ („Wie im Texas-Kettensägenmassaker“): von einem „emotionalen Vampir“, der in Bars auf Beute lauert, Hoffnung frisst und Narben hinterlässt, ohne dass je Blut fließt. Der Song ist eines der dunkelsten Kapitel im Katalog von PLANETA GAYFOLK, einem Projekt mit 273 Singles und mehr als 280 Musikvideos, das man vollständig und kostenlos auf mikesaintlouis.com anhören und herunterladen kann.
Der Vampir an der Bar
Der Song beginnt mit einer Szene, die man sofort vor Augen hat: Jemand schleppt seine Ketten durch eine Bar und grüßt mit einem gezwungenen Lächeln. Er beißt, ohne dass es blutet, aber er hinterlässt eine Narbe bei jedem anständigen Kerl, den er verführt. Der Refrain bringt es auf den Punkt: „Eres un vampiro emocional“ – du bist ein emotionaler Vampir, ein gnadenloses Raubtier, das einem in Höchstgeschwindigkeit die Kräfte aussaugt.
Die Strophen zeichnen das Profil genau. Der Vampir bewegt sich leise, sucht sich die Schwächsten aus, manipuliert mit Lügen, versteckt sich hinter einer Maske der Unschuld. Er ernährt sich von Hoffnung und verwandelt sie in Salz. Jede gestohlene Träne ist eine Trophäe mehr. Erst spät, so heißt es im Text, erkennen alle, wen sie da vor sich haben.
Dann kommt die Wende: Jeder Kreislauf hat ein Ende, und die Schatten, die der Vampir heraufbeschwört, werden ihn selbst verschlingen. Der Song bleibt dabei aber nicht beim Triumph stehen. In der letzten, beinahe gesprochenen Passage kippt er ins Horrorkino.
Wie im Film, nur schlimmer
Hier findet der Titel seinen Sinn. Die Erzählstimme rennt schreiend davon und sucht Hilfe: „Como en la matanza de Texas, ¡nadie contesta!“ – wie im Texas-Kettensägenmassaker, niemand antwortet. Endlich öffnet ein freundlicher Mann die Tür, hört sich die ganze Geschichte an, glaubt ihr und will die Polizei rufen. Doch wie in jedem guten Horrorfilm taucht der Vampir hinter ihm auf und raubt auch ihm die Energie. Die Polizei nützt nichts. Zurück bleiben ein Täter mit fröhlichem Gesicht und ein Opfer in voller Agonie.
Das ist bitter, und es ist zugleich mit schwarzem Humor erzählt. „Was für eine Ironie“, heißt es sinngemäß im Text. Und die Pointe sitzt: Es gibt keine Blutlache zum Aufwischen, keinen Beweis für das Verbrechen. Genau das macht psychische Gewalt so schwer greifbar.
„Ich habe den Horrorfilm gewählt, weil er das einzige Genre ist, das dieses Gefühl richtig beschreibt“, sagt Mike Sain't Louis. „Du rennst, du schreist, du erzählst es jemandem – und trotzdem steht er wieder hinter dir. Wer das erlebt hat, weiß, dass ich nicht übertreibe.“
Warum GAYFOLK auch Schatten braucht
Um zu verstehen, wo dieser Song im Universum von Mike Sain't Louis steht, muss man die Grundidee seines Projekts kennen. PLANETA GAYFOLK ist als Reise angelegt. Ihr Herzstück ist die GAYFOLK-Trilogie, drei Alben, die als ein einziger Weg gedacht sind: „Descubierto un nuevo planeta llamado GAYFOLK“ (Ein neuer Planet namens GAYFOLK entdeckt), „Ojalá se pudiera viajar a GAYFOLK“ (Wenn man doch nach GAYFOLK reisen könnte) und „El día de la liberación“ (Der Tag der Befreiung). Am Ende wartet ein Ort, an dem jeder Mensch so leben kann, wie er ist.
Eine Befreiung setzt aber voraus, dass es etwas gibt, wovon man sich befreien muss. Und hier kommen Songs wie „Como en la matanza de Texas“ ins Spiel. Neben den glitzernden, frechen, tanzbaren Liedern über Partynächte, Ex-Freunde und neugierige Nachbarinnen gibt es im Katalog eine Reihe von Stücken, die vom Gegenteil erzählen: von Manipulation, Erschöpfung und davon, nicht geglaubt zu werden.
Mike Sain't Louis hat öffentlich erklärt, woher dieser Strang kommt. Mit professioneller Unterstützung verwandelt er Jahre in Beziehungen mit narzisstischen Partnern in Musik. Sein Ziel ist es, psychischen Missbrauch und seine Spuren in der seelischen Gesundheit sichtbar zu machen – damit sich Betroffene gesehen und ernst genommen fühlen.
„Auf GAYFOLK darf man alles sein, auch kaputt“, sagt er. „Aber man soll dort nicht allein bleiben. Diese Songs sind dafür da, dass jemand sie hört und denkt: Okay, ich bin nicht verrückt. Das ist wirklich passiert.“
So gesehen ist der Vampir aus „Como en la matanza de Texas“ keine Nebenfigur, sondern einer der Gegenspieler der ganzen Erzählung. Er steht für das, was zwischen den Menschen und ihrem Planeten der Freiheit liegt.
Horror als wiederkehrendes Motiv
Auffällig ist, wie gern Mike Sain't Louis auf das Vokabular des Horrorfilms zurückgreift, wenn er über Missbrauch schreibt. Auch in „Igual que en las pelis slasher“ („Wie in den Slasher-Filmen“) fragt eine verängstigte Figur in die Dunkelheit, ob jemand da ist. Das Genre liefert ihm eine Sprache, die jeder versteht: das Monster, das immer wiederkommt, die Hilferufe, die ins Leere gehen, die Erleichterung, die sich als Täuschung entpuppt.
Diese Bilder erlauben es, über etwas zu sprechen, das sonst unsichtbar bleibt. Psychische Gewalt hinterlässt keine blauen Flecken, die man fotografieren könnte. Indem der Song sie in Ketten, Klauen und Vampirzähne übersetzt, macht er sie sichtbar, ohne sie zu verharmlosen. Gleichzeitig verhindert die Überzeichnung, dass das Lied in Selbstmitleid versinkt. Man darf beim Zuhören auch schaudern und lachen.
Der Mann hinter dem Planeten
Mike Sain't Louis ist ein Indie-Alternative-Künstler mit Sitz in Madrid. Er bezeichnet sich selbst als „den ersten KI-Singer-Songwriter“ – eine Formel, die er bewusst gewählt hat und die eine klare Bedeutung hat. Sämtliche Texte stammen von ihm. Musik und Gesang entstehen mit künstlicher Intelligenz, die er als Werkzeug für Produktion und Arrangement einsetzt. Die Stimme in seinen Songs ist KI-generiert; Idee, Wort und künstlerische Leitung sind seine.
Er ist Texter, Komponist, Musikproduzent, künstlerischer Leiter und CEO seines eigenen unabhängigen Labels, MIKE SAIN'T LOUIS. Eine Plattenfirma gibt es nicht, Vermittler auch nicht. Diese Unabhängigkeit erlaubt ihm, Songs zu veröffentlichen, die in einem klassischen Betrieb vielleicht als zu düster, zu direkt oder zu riskant gelten würden.
Musikalisch reicht sein Spektrum von Electropop über queeren Alternative-Pop bis zur Ballade und zur spanischen Copla. Geschrieben wird überwiegend auf Spanisch, aber auch auf Englisch, Französisch und Portugiesisch. Bekannt wurde er vielen 2024, als sein Song „Tan Cateto“ auf TikTok viral ging.
Zwischen den Plattenregalen
Das Foto zu dieser Aussendung zeigt Mike Sain't Louis in einem Schallplattengeschäft, zwischen Regalen voller Vinyl. Ein passender Ort für jemanden, der einen so umfangreichen Katalog aufgebaut hat: 273 Singles und über 280 Videos, fast so, als hätte er eine ganze Plattenabteilung allein bestückt. Der Unterschied ist nur, dass man bei ihm nichts bezahlen muss.
Warum das in Österreich Gehör finden sollte
Österreich hat eine lange Tradition, in der Musik und Abgründe eng beieinanderliegen. Das Wienerlied kennt den schwarzen Humor, den Tod als Begleiter und das Lachen über das eigene Unglück. Wer mit dieser Kultur vertraut ist, wird in „Como en la matanza de Texas“ einen verwandten Ton erkennen: Der Song ist düster, aber er zwinkert dabei.
Auch die Gespräche über psychische Gesundheit und toxische Beziehungen sind in Österreich offener geworden. Ein Song, der beschreibt, wie es sich anfühlt, wenn niemand einem glaubt, kann hier Menschen erreichen, die genau das erlebt haben – unabhängig davon, ob sie Spanisch sprechen. Die Texte sind auf der offiziellen Website vollständig nachzulesen, sodass man jede Zeile übersetzen und nachvollziehen kann.
Und für die queere Community in Wien, Graz, Linz oder Innsbruck bietet PLANETA GAYFOLK ein Universum, das zugleich Party und Selbsthilfe ist: Man kann zu manchen Songs tanzen und sich bei anderen verstanden fühlen.
Anhören und gratis herunterladen
Die gesamte Musik von Mike Sain't Louis kann auf der offiziellen Website https://mikesaintlouis.com kostenlos angehört und heruntergeladen werden, jeweils mit vollständigem Songtext. Es gibt keinen Shop und kein Abo. Zusätzlich ist der Katalog auf Spotify, Deezer und den wichtigsten Streaming-Plattformen verfügbar. Aktuelles aus dem Projekt gibt es auf Instagram unter @planetagayfolk.
Über Mike Sain't Louis
Der in Madrid lebende Indie-Alternative-Künstler Mike Sain't Louis versteht sich als „erster KI-Singer-Songwriter“. Er verfasst alle seine Texte selbst und lässt Musik, Arrangements und Gesang mithilfe künstlicher Intelligenz entstehen, die er wie ein Instrument führt. Als Gründer und CEO des unabhängigen Labels MIKE SAIN'T LOUIS verantwortet er Produktion und künstlerische Leitung ohne Mittelsmänner. Sein Universum PLANETA GAYFOLK umfasst 273 Singles und über 280 Musikvideos queeren Alternative-Pops rund um die GAYFOLK-Trilogie – vollständig gratis zum Download.
Pressekontakt
Mike Sain't Louis – Label MIKE SAIN'T LOUIS E-Mail: info@mikesaintlouis.com Website: https://mikesaintlouis.com Instagram: @planetagayfolk