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Zwei Gläser Limo statt Tequila: Mike Sain't Louis verweigert dem Ex sogar den kleinsten Schnaps
Der Indie-Alternative-Künstler aus Madrid, der sich „der erste KI-Singer-Songwriter“ nennt, erklärt, warum seine Trennungssong „Bareback“ nüchtern beginnt und sich damit gegen eine lange Tradition des Liebeskummer-Trinkens stellt

Madrid, 25. Oktober 2026.
Ein Kurzer ist die kleinste Einheit, in der man einem Menschen Alkohol widmen kann. Genau diese Einheit verweigert Mike Sain't Louis in seinem Song „Bareback“ einem Ex-Freund, und zwar ausdrücklich. Der Indie-Alternative-Künstler aus Madrid, der sich „der erste KI-Singer-Songwriter“ nennt, lässt eines seiner frechsten Lieder mit einer Szene beginnen, die im spanischsprachigen Liebeskummer-Kanon fast nie vorkommt: zwei Gläser auf dem Tisch, beide mit Limonade gefüllt, es ist spät, und niemand bestellt eine zweite Runde. In einem neuen Blogtext erklärt er, warum diese Nüchternheit für ihn beinahe ein Manifest ist.
Eine Tradition mit Kater
Wer die Trennungslieder der spanischsprachigen Musik hintereinanderlegt, bekommt laut Mike einen vier Kilometer langen Tresen. Da sind die Rancheras von José Alfredo Jiménez mit ihren Cantinas und dem letzten Schluck, die Chavela Vargas zu einer Zeremonie aus Tequila und Tränen machte. Da sind die Boleros der frühen Morgenstunden mit Rauch und Whiskyglas, die Coplas aus der Taverne mit Anis und Manzanilla, die Rumba der Raststättenbar. Und da ist der Pop der Neunziger und Nullerjahre, mit Tequila-Shots in der Disco und dem Vorsatz, den Ex heute Nacht zu vergessen, der regelmäßig mit Tränen auf der Toilette endet.
Die Botschaft sei fast immer dieselbe: Wer ein gebrochenes Herz hat, trinkt. Mike nennt diese Tradition schön, manche dieser Lieder bescheren ihm Gänsehaut. Aber er sieht darin auch eine Falle. „Das Besäufnis aus Liebe ist eine Art, dem anderen weiter die Nacht zu widmen“, schreibt er. „Auch wenn er gegangen ist, zahlst du noch die Runde.“
Die Zeile, die alles trägt
Im Zentrum steht ein Vers mit einer rhetorischen Frage:
„Ni un chupito voy a dedicarte, Para qué / ¿Para llorar por un mequetrefe?“ (Nicht einen Kurzen werde ich dir widmen. Wozu? Um wegen eines Wichtigtuers zu weinen?)
Das entscheidende Wort ist für Mike „dedicarte“, widmen. Die Figur sagt nicht, sie trinke nicht. Sie sagt, sie werde dem anderen keinen Kurzen widmen, so wie man im Radio ein Lied widmet, bei einer Hochzeit einen Toast ausbringt oder ein Tor der Tribüne schenkt. Und dann das Wort „mequetrefe“: eine alte, fast zärtliche Beleidigung, die man heute kaum noch hört, ein Schatz vom Flohmarkt der Großmütter. Gemeint ist ein Niemand mit Allüren. Neben dem Schnapsglas wird das Missverhältnis sichtbar: Alkohol kostet Geld, und dieser Mensch ist nicht einmal das wert.
Auch das „Para qué“, das „Wozu“, gefällt ihm in seiner Alltagsform. Es ist keine philosophische Frage, sondern die der besten Freundin, die sieht, dass man um drei Uhr nachts den Ex entsperren will. Eine Frage, die die Antwort schon in sich trägt.
Wenn die Uhr entscheidet
Ein Detail der ersten Zeilen übersehen viele, sagt Mike: Es heißt dort, es sehe „nach der Uhrzeit“ nicht mehr so aus, als würde man sich noch betrinken. Kein heroischer Entschluss also, sondern eine fast langweilige Feststellung. Es ist spät geworden, und man hatte keine Lust.
„Das ist das Demütigendste, was einem Ex passieren kann“, schreibt er. Dass man ihm kein Besäufnis widmet, nicht aus Willenskraft, sondern weil man die Zeit einfach vergessen hat. Wie wenn man jemandem nicht zum Geburtstag gratuliert, nicht aus Groll, sondern weil es einem durchgerutscht ist. Vergessen als unfreiwillige Strafe. Wenig später lässt der Text den Ex noch mit einem Spitznamen und einem demonstrativen Desinteresse abblitzen: der Tonfall von jemandem, der eine Samstagsverabredung absagt, weil er schon im Schlafanzug ist.
Der Rest des Songs
„Bareback“ ist im Ganzen deutlich lauter als sein Anfang. Später folgen Bar-Vokabular, Anspielungen auf Popkultur, ein „Heiler aus Adeje“ und ein Karma zum Schluss; Mike hat das in einem eigenen Text zum Song beschrieben. Der nüchterne Einstieg aber gibt den Ton vor: eine Trennung, die dem anderen nicht einmal das Vergnügen eines Katers gönnt.
Warum das in Deutschland interessiert
Auch die deutsche Popgeschichte kennt den Trost im Glas, vom Schlager bis zur Kneipenballade, und die Frage, wie viel Raum man einem Ex noch einräumt, stellen sich Menschen hier genauso wie in Madrid. Mikes Ansatz bietet eine trockene, sehr komische Alternative: nicht weinen, nicht trinken, einfach vergessen, ihm noch etwas zu widmen. Für ein queeres Publikum, das spanischsprachige Musik entdeckt, ist der Song zudem ein guter Einstieg in seinen Humor.
Das Foto zu dieser Meldung zeigt ihn nachts auf einem regennassen Bordstein unter rotem Neon. Es ist die Stunde, in der die klassischen Trennungslieder an der Theke enden. Hier sitzt jemand draußen, und das Glas bleibt leer.
Wer dahintersteht
Mike Sain't Louis schreibt alle seine Texte selbst. Musik und Gesang entstehen mit künstlicher Intelligenz, die er als Werkzeug für Produktion und Arrangement nutzt; Wort, Idee und künstlerische Leitung stammen von ihm. Sein Projekt PLANETA GAYFOLK umfasst 273 Singles und mehr als 280 Musikvideos, entstanden in rund zwei Jahren, geordnet in die GAYFOLK-Trilogie: „Descubierto un nuevo planeta llamado GAYFOLK“, „Ojalá se pudiera viajar a GAYFOLK“ und „El día de la liberación“. Stilistisch reicht es von Electropop bis Copla, von Alternative Pop bis Ballade, ohne Zensur, mit Humor und Camp.
Hören und herunterladen
Die gesamte Musik von Mike Sain't Louis kann auf mikesaintlouis.com kostenlos gehört und heruntergeladen werden, jeweils mit Songtext. Außerdem ist sie bei Spotify, Deezer und auf den großen Plattformen verfügbar. Der vollständige Blogtext: mikesaintlouis.com/blog.
Über Mike Sain't Louis
Mike Sain't Louis ist ein Indie-Alternative-Künstler mit Sitz in Madrid und bezeichnet sich als „der erste KI-Singer-Songwriter“. Als Texter, Komponist, Musikproduzent, künstlerischer Leiter und CEO seines unabhängigen Labels MIKE SAIN'T LOUIS arbeitet er ohne Plattenfirma und ohne Zwischenhändler. 2024 ging „Tan Cateto“ auf TikTok viral. Mit professioneller Unterstützung verarbeitet er Jahre in Beziehungen mit narzisstischen Partnern zu Songs, damit Betroffene psychischer Gewalt sich gesehen fühlen.
Pressekontakt
E-Mail: info@mikesaintlouis.com Web: https://mikesaintlouis.com Instagram: @planetagayfolk