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Alemania ·

Der Mann, der seinem Planeten Strände gibt: Mike Sain't Louis, Madrids „erster KI-Singer-Songwriter“, und das grüne Lagerfeuer von „Green Fire“

Ein Porträt des Indie-Alternative-Künstlers, der seit rund zwei Jahren Stück für Stück eine eigene Welt namens PLANETA GAYFOLK baut – erzählt entlang eines Videos, in dem eine Gruppe Freunde an einem Strand den Abend erwartet

Mann mit schwarzen Locken und Bart in einem weinroten Cordhemd über dunklem Shirt, die Hand in der Hosentasche, steht in einem Plattenladen mit warmem Licht und blickt über die Schulter in die Kamera; rechts Regale voller Schallplatten.
Mike Sain't Louis zwischen Plattenregalen. Seine 273 Singles verkauft er nicht: Sie sind auf mikesaintlouis.com kostenlos zu hören und herunterzuladen.

Madrid, 25. Oktober 2026.

Manche Künstler veröffentlichen Alben. Mike Sain't Louis baut einen Planeten. Der Indie-Alternative-Künstler aus Madrid, der sich selbst „den ersten KI-Singer-Songwriter“ nennt, hat in rund zwei Jahren 273 Singles und mehr als 280 Musikvideos veröffentlicht, und zusammen ergeben sie eine Welt mit eigenen Partys, eigenen Nächten und eigenen Stränden. Einen dieser Strände beschreibt er jetzt in seinem Blog Bild für Bild: den aus dem Video zu „Green Fire“. Es lohnt sich, ihn dorthin zu begleiten, denn kaum ein Clip zeigt so gut, wie dieser Künstler arbeitet.

Wer hier eigentlich spricht

Zuerst die Rollenverteilung, die Mike Sain't Louis selbst nie verschleiert. Er schreibt sämtliche Texte. Er ist Komponist, Musikproduzent, künstlerischer Leiter und Chef seines eigenen unabhängigen Labels MIKE SAIN'T LOUIS, ohne Plattenfirma und ohne Zwischenhändler. Musik und Gesang entstehen mit künstlicher Intelligenz, die er als Produktionswerkzeug steuert. Die Worte, die Ideen und die Bildsprache sind seine.

Sein Projekt heißt PLANETA GAYFOLK. Im Zentrum steht eine Trilogie, die er als eine einzige Reise versteht: „Descubierto un nuevo planeta llamado GAYFOLK“, „Ojalá se pudiera viajar a GAYFOLK“ und „El día de la liberación“, die Reise zu einem Planeten, auf dem jeder Mensch so leben kann, wie er ist. Stilistisch ist das queerer Alternative-Pop mit Humor, Camp und ohne Zensur, der zwischen Electropop, Copla und Ballade pendelt, auf Spanisch, aber auch auf Englisch, Französisch und Portugiesisch. 2024 ging sein Song „Tan Cateto“ auf TikTok viral, und viele haben ihn so entdeckt.

Ein Sonntag im Oktober, vier Minuten am Feuer

„Green Fire“ erschien am Sonntag, dem 12. Oktober 2025, um 17:28 Uhr Madrider Zeit auf YouTube. Mit 4:24 Minuten gehört der Clip zu seinen längeren. Der Song steht auf „El día de la liberación“, dem Abschluss der Trilogie, und ist Nummer 130 von 273. Der Songtext ist noch nicht auf seiner Website veröffentlicht, deshalb zitiert er im Blog bewusst keine einzige Zeile und erzählt nur, was vor der Kamera passiert.

Unter das Video hat er keinen Text gesetzt, nur Schlagworte: Reggae, Roots, gute Energie, spirituelle Freiheit, Frieden, Einheit, „one love“. Das sagt schon viel. „Kein Song für eine Tanzfläche mit Lichtern“, schreibt er, „sondern einer, um sich mit den eigenen Leuten in den Sand zu setzen.“

Ein Koffer, der alles verändert

Das Titelbild zeigt drei Menschen von hinten, die nachts unter einem riesigen Vollmond aufs Meer schauen: links ein junger Mann mit Dreadlocks und rot-gelb-grün gestreifter Wollmütze, in der Mitte eine Frau mit langem Haar und rotem Rock, rechts einer mit Hut und Blumenhemd. Zu ihren Füßen steht ein kleiner, altmodischer Koffer mit runden Ecken.

Genau an diesem Koffer zeigt sich Mike Sain't Louis' Blick. Er spielt im Video keine Rolle mehr, aber er verändert alles. „Diese Leute wohnen nicht am Strand. Sie sind angekommen. Oder sie reisen bald ab“, schreibt er. Der ganze Clip habe etwas vom letzten Urlaubsabend, an dem man weiß, dass morgen gepackt wird, und das Meer deshalb genauer ansieht.

Niemand hat es eilig

Dann goldenes Licht. Eine Gruppe von Freunden geht barfuß zwischen Palmen am Ufer entlang, mit Dreadlocks, bunten Mützen, offenen Hemden, Ketten, Trägerkleidern und Armbändern. Niemand rennt. Man lacht, legt sich den Arm um die Schultern, bleibt stehen und schaut schweigend auf den Horizont, als warte man darauf, dass die Sonne endlich untergeht und die Nacht beginnen darf.

Einmal steht eine Filmkamera auf einem Stativ im Sand, daneben ein Rollkoffer. Das Video lässt sich kurz in die Karten schauen: Hier wird eine Reise gefilmt. Mike vergleicht das mit alten Urlaubsvideos, bei denen man Jahre später merkt, dass das Schönste nicht der Ort war, sondern wer dabei war.

Eine Fahne in Grün, Gelb und Rot steckt im Sand, dieselben Farben wie die Mützen. Kein Kommentar dazu. Und wenn es dunkel wird, bleibt nur das Grün übrig: Das Lagerfeuer stößt dichten grünen Rauch aus, der in einer Säule zum Vollmond steigt und schließlich den ganzen Himmel färbt. „Als ob die Farbe eines Stoffes entkommen und zu Licht geworden wäre“, beschreibt er diesen Moment.

Was ihn antreibt

Dass ausgerechnet dieser Clip so friedlich ist, hat im Gesamtwerk Gewicht. Viele Songs von Mike Sain't Louis sind laut, spöttisch und manchmal explizit. Er hat öffentlich erzählt, dass er mit professioneller Unterstützung Jahre in Beziehungen mit narzisstischen Partnern in Musik verwandelt, um psychischen Missbrauch und seine Spuren in der seelischen Gesundheit sichtbar zu machen, damit Betroffene sich gesehen und ernst genommen fühlen. Vor diesem Hintergrund wirkt der Strand von „Green Fire“ wie ein Ort zum Durchatmen: kein Streit, keine Abrechnung, nur Freunde, ein Feuer und ein Himmel, der langsam grün wird. „Einer der wärmsten Strände, die mein Planet hat“, nennt er ihn.

Warum das in Deutschland interessiert

In Deutschland wird intensiv darüber gestritten, was künstliche Intelligenz in der Kunst darf. Mike Sain't Louis liefert dafür ein konkretes Fallbeispiel: einen Künstler, der offen sagt, welche Teile von der Maschine kommen und welche von ihm, und der seine Autorschaft in Texten, Auswahl und Bildwelten verortet. Wer wissen will, wie so eine Arbeitsweise in der Praxis aussieht, findet hier Hunderte Belege.

Hören und herunterladen

Die gesamte Musik von Mike Sain't Louis ist auf https://mikesaintlouis.com kostenlos zu hören und herunterzuladen, jeweils mit Songtext, sobald dieser veröffentlicht ist. Außerdem ist sie auf Spotify, Deezer und den wichtigsten Plattformen verfügbar. Der vollständige Blogbeitrag zu „Green Fire“: https://mikesaintlouis.com/blog/una-hoguera-que-echa-humo-verde-y-una-pluma-en-la-baranda-green-fire-y-la-orilla-de-planeta-gayfolk

Über Mike Sain't Louis

Mike Sain't Louis lebt in Madrid und bezeichnet sich als Indie-Alternative-Künstler und „ersten KI-Singer-Songwriter“. Er ist Texter, Komponist, Produzent und Art Director seines Projekts PLANETA GAYFOLK und führt sein eigenes Label MIKE SAIN'T LOUIS. Seine Songs über Liebe, Exfreunde, queeres Leben in Spanien, Befreiung und psychische Gesundheit sind frech, witzig und direkt.

Pressekontakt

Mike Sain't Louis E-Mail: info@mikesaintlouis.com Web: https://mikesaintlouis.com Instagram: @planetagayfolk